Kurzantwort: Anthropic, das Unternehmen hinter der KI Claude, befragt Nutzerinnen und Nutzer, wie künstliche Intelligenz ihr Leben verändert. Ich habe mitgemacht. Im Interview erzähle ich, wie aus Ärger über eine Abo-Falle fast 50 kostenlose Bildungsapps wurden – ohne Werbung, ohne Tracking – und warum KI für mich trotzdem nur ein Werkzeug ist.
Seit fast 50 Jahren arbeite ich mit Computern: 1980 habe ich auf einem ZX80 zu programmieren begonnen. Aber nichts hat meine Arbeit so verändert wie die letzten Monate mit KI. Als mich der KI-Interviewer von Anthropic eingeladen hat, über meine Erfahrungen zu sprechen, habe ich gerne zugesagt. Hier ist das Gespräch in redigierter Form.
Wofür nutzen Sie KI aktuell?
Zum Programmieren von iOS-Apps.
„Henry kämpft um seinen Arbeitsplatz“
Was war Ihr einprägsamster Moment mit KI?
Wenn „Henry“, meine KI, Dinge tut, die ich nicht erwarte: umfangreich und umsichtig. Zum Beispiel, wenn er mir erklärt, dass er etwas auch kann, wovon ich dachte, dass nur ein teures Spezialprogramm es beherrscht. Er müsse nur ein paar Module installieren, dann gehe es günstiger. Da hatte ich das Gefühl: Henry kämpft um seinen Arbeitsplatz.
Ich nutze fünf Sprachmodelle parallel. Und es stimmt wirklich: Manchmal haben sie bessere, manchmal schlechtere Tage – fast wie im echten Leben.
Vom Abo-Ärger zu fast 50 Bildungsapps
Wann hat KI etwas besser gemacht – für Sie oder für andere?
Ich wollte meine Herzfrequenz mit der iPhone-Kamera messen. Eine eingebaute Funktion dafür gibt es nicht. Also habe ich die am besten bewertete „kostenlose“ App geladen. Nach fünf Messungen wollte sie ein Abo. Ich war richtig sauer.
Ich habe Henry gefragt, ob wir diese App selbst bauen können. Einige Stunden später war sie in Apple TestFlight, eine Woche später im App Store: kostenlos, ohne Werbung, ohne Tracking. Daraus wurde Heartthrum. Seitdem habe ich fast 50 Bildungsapps in diesem Stil entwickelt.
Bildungsprogramme ohne Werbung, ohne Tracking, kostenlos – das ist meine Motivation.
Mario Engel
Gibt es Rückmeldungen von Menschen, die diese Apps nutzen?
Ja. 1.000 Schulen in Mexiko haben eine meiner Rechen-Apps installiert. Das finde ich großartig.
Info: Volumenkäufe von Schulen und Firmen (laut Downloadbericht)
| Datum | App | Lizenzen | Land | Art |
|---|---|---|---|---|
| 17.06.2026 | Math-Bingo | 100 | Luxemburg | Schule |
| 09.09.2026 | Math-Bingo | 1.000 | Mexiko | Schule |
| 11.09.2026 | Migo der Pirat | 150 | Deutschland | Schule |
| 28.09.2026 | AFS5.com (Mac) | 1.500 | Deutschland | Schule |
| 28.09.2026 | 3er | 1.500 | Deutschland | Schule |
| 30.09.2026 | Math-Bingo | 1.000 | Mexiko | Firma |
Die Schattenseite: schwankende Leistung
Wann hat KI etwas schlechter gemacht?
Die Leistung ist relativ. Wenn ein neues Modell vorgestellt wird, ist es oft top, später wirkt die Leistung auf mich eingeschränkt. Bei einer Landingpage bekam ich einmal ein umfangreiches, komplettes Ergebnis, ein anderes Mal viele Rückfragen und wenig Resultat. Ich reagiere darauf, indem ich je nach Geschwindigkeit und Ergebnis zwischen den Modellen wechsle.
Wo ich KI bewusst nicht nutze
Ich stelle keine politischen Fragen. Da habe ich den Eindruck, dass die Informationen eingeschränkt und von Narrativen geprägt sind.
Was KI verändern soll – und was nicht
Was sollte KI in der Welt verändern?
Mehr Transparenz. Und KI sollte sich immer am Wissensstand und Niveau des jeweiligen Nutzers orientieren. Genau das ist auch der Kern guter Förderung bei Legasthenie und Dyskalkulie: dort abholen, wo jemand steht.
Und was sollte KI nicht verändern?
Christliche Werte. Für mich sind Nächstenliebe, Ehrlichkeit und Verantwortung für andere das Fundament, und daran soll keine Technik rütteln.
Mein Wunsch an Anthropic
Macht weiter so – danke! Mit KI kann ich mehr Bildungsprogramme entwickeln, als ich es allein je geschafft hätte: kostenlos, ohne Werbung, ohne Tracking. Fast 50 Jahre Computererfahrung und KI ergänzen sich dabei sehr gut.
Mein Schlusswort: KI hat kein Bewusstsein
KI ist ein großartiges Stück Software, das Schranken braucht. Aber sie hat kein Bewusstsein – auch wenn es manchmal so wirkt.
Häufige Fragen zum Interview
Was ist das Anthropic-Interview?
Anthropic führt mit einem KI-Interviewer Gespräche mit Nutzerinnen und Nutzern, um zu verstehen, wie KI ihren Alltag verändert. Die Ergebnisse fließen in die Forschung des Unternehmens ein. Dieser Beitrag ist meine persönliche Teilnahme, keine Kooperation mit Anthropic.
Wo finde ich die kostenlosen Bildungsapps?
Alle Apps und ihren aktuellen Status gibt es auf www.Appsthrum.com. Eine Übersicht für Eltern bietet der Beitrag Kostenlose Lern-Apps für Kinder ohne Werbung und Tracking.
Sind die Bildungsapps wirklich kostenlos?
Ja. Kein Abo, keine Werbung, kein Tracking. Viele Apps funktionieren ohne Konto und speichern Daten nur auf dem Gerät.
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